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Christian Bartelt

Kollaborative Modellierung im Software Engineering

Software Engineering ist Teamarbeit. Schon im Vorfeld der Programmierung modelliert und
verfeinert ein Team aus Softwareingenieuren und Fachseite gemeinschaftlich (kollaborativ) die
zu   realisierende   Software.   Zur   Beschreibung   von   Software   haben   sich   weitgehend
standardisierte Modellierungssprachen wie die UML aber auch eine Reihe domänenspezifischer
Sprachen etabliert. Um die ambitionierten Zeitvorgaben heutiger Softwareprojekte einhalten zu
können, arbeiten die Akteure oft hochgradig parallel an Softwaremodellen. Die effiziente und
gleichzeitige korrekte Integration parallel und asynchron durchgeführter Modellbearbeitungen
spielt dabei für den Projekterfolg eine immer entscheidendere Rolle.
Im Gegensatz zur Programmcodeverwaltung, bei der die effiziente und korrekte Integration
von parallel  bearbeiteten Codeversionen durch Werkzeuge  hinreichend gut  unterstützt  wird,
existiert   für   die  Modellverwaltung noch  keine   adäquate  Unterstützung.  Aus   diesem Grund
werden   in   der   Entwurfsphase   kontinuierlich   parallele   Bearbeitungsstände   verschiedener
Teammitglieder fast ausschließlich manuell zu einem gemeinsamen Modell integriert. Diese
manuelle Arbeitsweise  ist  wegen der  Größe und Komplexität  der  zu verwaltenden Modelle
einerseits sehr arbeits- und deswegen zeitaufwendig und andererseits fehleranfällig.
Durch eine geeignete Werkzeugunterstützung kann  die kollaborative Arbeitsweise  in der
Softwaremodellierung  stark  unterstützt  werden.  Mit  der  vorliegenden Dissertation wird ein
rechnergestütztes Verfahren zur   Integration parallel  erstellter  Modellversionen konzipiert.  In
der   vorgestellten Lösung  lassen  sich   zwei  Schwerpunkte   ausmachen.  Zum  einen wird  die
Integration   asynchron   durchgeführter   Modelländerungen   auf   Basis   syntaktischer
Elementarbausteine automatisiert, wodurch ein manuelles Einpflegen von Modelländerungen
entfallen kann. Zum anderen wird die so integrierte Modellsyntax hinsichtlich ihrer Korrektheit
validiert.   Im  Rahmen   dieser   Prüfung  wird   untersucht,   ob   das  Modell   die   syntaktischen
Korrektheitsanforderungen des vorgegebenen Metamodells erfüllt und ob weitere, für Modelle
allgemeingültige Eigenschaften gelten. Eine dadurch mögliche automatische Lokalisierung von
inkonsistenten parallelen Änderungen erspart  den Modellierern eigene Analyseaufwände  im
Rahmen der letztendlich manuellen Korrektur inkonsistenter Änderungen.
Das konzipierte Verfahren beschleunigt die kollaborativen Modellierungsaufgaben, indem
die bisher aufwendige manuelle Integration parallel entwickelter Modellversionen weitgehend
automatisiert   wird.   Es   ermöglicht   den   Aufbau   einer   werkzeuggestützten   Modelldaten-
verwaltung  für  Entwicklerteams,   die Modelle beliebiger  Modellierungssprachen verarbeiten
kann.

Volume

4

Series

SSE-Dissertation

Seitenangaben

198

Jahr

2011

isbn

978-3-86853-911-0

Datei

Kollaborative Modellierung im Software Engineering

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